ablegen: Fastenzeit ist kein Projekt

ablegen: Fastenzeit ist kein Projekt

Magst Du Rätsel? Dann habe ich eines für Dich: Beim Christentum geht es um Dein Leben, dass Dein Leben reich und schön wird und eines der größten Probleme des Christentums ist, dass es als ein weiteres „spirituelles Angebot“ verkauft wird, bei dem es darum geht, dass Dein Leben reich und schön wird.

Wenn Du ein „spirituelles Angebot“ suchst, bei dem es um Dich geht, dann findest Du sehr viel Mitbewerber: Fitnessangebote mit mehr oder weniger spirituellem Hintergrund (Yoga, Tai Chi, …), Achtsamkeitsmeditationen, Heilfasten, Retreats, Meditation (Zen & Co), … Und wenn Du Dein Gebetsleben damit vergleichst, egal ob Du in einer Kirche Yoga machst, oder Dich 2 Wochen im Kloster einschließt, dann wirst Du „bei uns“ immer den kürzeren ziehen.

Denn das Christentum ist kein spirituelles Programm zur Perfektion seiner Anhänger.

Zugleich habe ich aber geschrieben, dass es beim Christentum darum geht, dass Dein Leben reich und schön wird – wir sagen, dass es zur Fülle kommt, weil …

Jesus sagt: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben

(Wenn Du in der Bibel nachschlägst, findest Du das im Evangelium nach Johannes Kapitel 10 Vers 10)

Wie geht das dann?

Der Weg beginnt damit, dass ich mich selbst liebe. Zuerst braucht es ein gutes Verhältnis, eine gute Beziehung zu sich selbst. Ich kenne wenig Menschen, die nicht gut zu sich sind und langfristig gut zu anderen sein können. Und wenn Du nicht gut zu Dir bist, dann wirst Du immer wieder Entscheidungen treffen, die verhindern, dass Dein Leben reich und schön wird. Viele spirituelle Angebote helfen Dir dabei, und vielleicht musst Du zuerst eine anderes Angebot in Anspruch nehmen.

Im zweiten Schritt fange ich an, Gott zu lieben um meiner selbst willen. Klingt egoistisch, ist aber erlaubt. Wir beten, weil uns Gott ein gutes Gefühl schenkt. Wir gehen zum Gottesdienst, weil wir uns nachher gestärkt fühlen, … Wir geben Gott etwas (von unserer Zeit) und machen die Erfahrung, dass er uns etwas schenkt und dann geben wir Gott etwas von unserer Zeit, damit er uns etwas schenkt – nicht besonders toll von uns, ist aber oft so.

Im dritten Schritt fange ich an, Gott um seiner selbst zu lieben. Mich interessieren nicht mehr die Geschenke (Gaben), sondern der Geber. Ich schenke Gott Zeit um Gott besser kennenzulernen. Auch wenn ich nichts davon habe. Ich bin fasziniert und angezogen.

Als Jesus gefragt wird, was das wichtigste Gebot ist, gibt er zur Antwort:

Du sollst den Herrn Deinen Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

(Diese Stelle findest Du im Evangelium nach Matthäus Kapitel 22 ab Vers 36)

Und hier kommt die Fastenzeit ins Spiel: Es gibt viele tolle Dinge, die Du liebst. Und Gott ist eines davon (oder auch nicht). Je mehr wir von den anderen Dingen, die wir lieben ablegen, desto mehr (desto „ganzer“) können wir Gott lieben.

Die Lösung: Der Weg zur Fülle führt über die Leere.

Wenn Du diese Erfahrung machen willst, dann laden wir Dich ein jeden Tag etwas abzulegen.

Am ersten Tag bitten wir Dich die Einstellung abzulegen, dass die Fastenzeit Dein Projekt ist.

In 40 Tagen 5 Kilo abzunehmen ist wahrscheinlich ein realistisches Projekt. 40 Tage auf das Fernsehen zu verzichten ist ein realistisches Projekt. 40 Tage ohne Handy ist vollkommen unrealistisch. Wenn die Fastenzeit ein Projekt ist, dann geht es um Deinen Erfolg, wie sehr Du es geschafft hast, Dich an Deine Vorsätze zu halten. Und am Ende der Fastenzeit kannst Du Dir dann gratulieren, weil Du durchgehalten hast oder betrübt sein, weil der Schweinehund doch stärker war.

Aber ich denke es liegt auf der Hand: Wenn Du die Fastenzeit so angehst, dann wirst Du erfolgreich sein oder nicht – aber Du wirst in keinem der beiden Fälle Gott mehr lieben. Du wirst Dich mehr lieben, oder Dich mehr verachten, aber mit Gott hat das nichts zu tun.

Darum lege als erstes den Wunsch ab, dass Fastenzeit Dein Projekt ist. Beobachte nur, was geschieht, wenn Du etwas aus der Hand gibst. Zu Ostern wirst Du niemandem sagen können: Ich habe dieses Jahr in der Fastenzeit 5 kg abgenommen. oder Ich war 40 Tage nicht auf Facebook.
Du wirst nur erzählen können, was Gott gemacht hat, nachdem Du vieles abgelegt hast. Willst Du das?