Hirtenbrief Weihbischof Turnovszky 8.12.2019

Hirtenbrief Weihbischof Turnovszky 8.12.2019

5. Dezember 2019 Aus Von Tom Kruczynski

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben an Jesus Christus!

Als Bischofsvikar wende ich mich heute an Sie, um Ihnen eine Gebetsinitiative vorzustellen, die uns die nächsten neun Monate begleiten soll. Sie heißt „Große Novene 2020“.

Das Gebet einer Novene hat in der Kirche Tradition: Für die Dauer von neun Tagen wird in einem bestimmten Anliegen verstärkt gebetet. Die bekannteste Novene ist die von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten, in der die Kirche gemeinsam mit Maria um den Heiligen Geist betet.

Ich habe angeregt, dass wir im Vikariat eine „große marianische Novene“ beten: Damit ist gemeint, dass wir uns neun Monate lang mit unseren besonderen Anliegen verstärkt unter die Fürsprache Marias stellen und mit ihr Gott um Hilfe bitten. Die neun Monate, in denen Anna mit Maria schwanger war, scheinen mir ein guter Zeitraum dafür zu sein.

So lade ich dazu ein, sich von heute, Maria Empfängnis, dem 8. Dezember 2019, bis zu Maria Geburt, am 8. September 2020, diesem Gebet anzuschließen. Wir tun das im Bewusstsein der Wirkmächtigkeit der Fürsprache der Gottesmutter.

Die Herausforderungen unserer Zeit sind vielfältig und massiv: Ich denke an den herannahenden Bischofswechsel für unsere Diözese und an unsere Pfarren, die durch den Entwicklungsprozess und die Bildung größerer Einheiten herausgefordert sind. Viele Gemeinden kämpfen mit einem Schwund der Glaubenspraxis und leiden darunter, wie schwierig es ist, den Glauben an die nächste Generation weiterzugeben. Die Zukunft unseres Bildungshauses Großrußbach ist noch immer ungewiss.

Massive gesellschaftliche Umbrüche wirken verunsichernd, Armut und Kriege drängen Millionen zu Migration. Die voranschreitende Zerstörung der Schöpfung löst große Sorgen aus. Und das menschliche Leben selbst ist an seinem Beginn und Ende auch in unserem Land gefährdet.

Natürlich sind Sie auch eingeladen, Ihre persönlichen Nöte und Anliegen in das Gebet einzuschließen.

Wie sieht dieses Gebet über neun Monate nun in der Praxis aus?

Wir haben für jeden der neun Monate ein Gebetsanliegen formuliert und einen Gebetsbehelf erstellt. In erster Linie sind Familien, Runden und Gruppen eingeladen, sich mittels des Heftchens, in dem die neun Anliegen ersichtlich sind, am Gebet zu beteiligen. Es bietet Anregungen für eine Gebetszeit, in deren Mitte die Betrachtung einer Bibelstelle steht, die zum jeweiligen Gebetsanliegen ausgewählt wurde.

Weiters gibt es Gebetskärtchen in Scheckkartenformat. Dieses Gebet haben wir im Vikariat bereits 2015 verwendet, es wurde nun nachgedruckt und ist zum Mitnehmen für unterwegs und zum Auflegen in der Kirche gedacht.
Die Große Novene soll mit Hilfe dieser Gebetskärtchen auch gemeinsam beim Gottesdienst in der Kirche gebetet werden. Eine geeignete Form ist, dass das Gebetsanliegen vorgestellt und in den Fürbitten ausgesprochen wird. Das Gebet auf den Kärtchen soll dann gemeinsam z.B. vor dem Schlussgebet oder Schlusssegen gebetet werden.
Ich bitte darum, dass das zu besonderen Festen und Anlässen mit marianischem Bezug geschieht, zumindest einmal im Monat, teils an Sonntagen, teils werktags. Ihr Pfarrer und Ihr Pfarrgemeinderat möge bitte Sorge dafür tragen, dass es geschieht und geeignete Termine festlegen. Heute, an Maria Empfängnis, sollte jedenfalls mit dem ersten Gebetsanliegen gemeinsam gebetet werden.

Es lautet: „Für die Bedürftigen und Notleidenden in unserem Vikariat und auf der ganzen Welt.“


Ich bitte Sie um rege Beteiligung an unserer Großen Novene und wünsche uns allen mit dieser Initiative die Erfahrung der Kraft des gemeinsamen Gebetes mit Maria,
Ihr Bischofsvikar

  • Stephan Turnovszky